Die Zitadelle von Machu Picchu
Die Anlage besitzt zwei Sektoren: einen
Agrarsektor und einen städtischen Sektor. Der agrarische Teil
besteht aus Terrassen, die in den Hängen der umgebenden Berge
gebaut wurden.

Der Stadtsektor hat die Form eines "U" und
zwei grosse architektonische Komplexe mit Strassen und Treppen
mit insgesamt 3 Tausend Stufen, weiters gibt es ein ausgezeichnetes
Kanalsystem und verschiedene Plätze.
Die Konstruktionen
haben einen rechteckigen Grundriss. Viele der Räume, genannt "Masmas", haben
nur drei Wände. Früher hatten alle "Masmas" Dächer,
konstruiert aus Baumstämmen und Stroh (Ichu).
Die
Türen und Fenster hatten die
Form eines Trapezes ebenso wie die Wandnischen, in welchen die
Götzen und andere Objekte aufbewahrt wurden. Die Trapezform
ist eine der Charakteristiken der inkaischen Architektur.
Jede
Mauer in Machu Picchu unterscheidet sich von den anderen; selbst
die Mauern eines Raumes weisen unterschiedliche
Stile auf. Die am besten bearbeitete Mauer befindet sich in der
zentralen Wand des Haupttempels, wo die geschnittenen und poliertern
Steine perfekt aneinanderpassen. Weitere bemerkenswerte Objekte
sind die Sonnenuhr aus poliertem Stein, "Intihuatana";
ein Festungsturm, konstruiert aus runden Wänden und der Tempel
der drei Fenster. Die verschiedenen, streng voneinander getrennten
Stadtviertel waren durch eine Vielzahl von Treppen miteinander
verbunden.
Der
sogenannte "Kondorstein" zeigt
einen Vogelkopf mit Schnabel. Die beiden Felsen dahinter stellen
die Flügel dar. Die Rinne unterhalb des Schnabels könnte
ein Ablaufkanal für das Blut geopferter Tiere gewesen sein.
Für die Inka war der Kondor das Symbol der Freiheit - der
Luft.

Der "Sonnentempel" ist ein Meisterwerk
der Inka-Architektur. Er wirkt in den Felsen hineingesetzt wie
das Nest eines Kondors. Durch das Halbrund des Turms konnten die
Priester astronomische Beobachtungen anstellen, die Sonnenwende
ermitteln oder den genauen Sonnenstand feststellen, der bei sakralen
Handlungen eine wichtige Rolle spielte. Sonne und Mond standen
im Mittelpunkt aller Kulthandlungen der Inka. Die halbkreisförmige
Mauer schließt einen behauenen Granitstein ein, der einem
Altar gleicht und sicher als Opfertisch gedient hat.
Unterhalb
des großen Felsens, auf
dem der "Sonnentempel" thront, befindet sich eine Höhle,
die als königliches Grab oder Mausoleum gedeutet wurde. Archäologen
glauben, dass hier die Mumie einer großen Persönlichkeit
aufbewahrt wurde, vielleicht ein Inka-Herrscher?
Im Osten
außerhalb der Stadt: der
Zeremonienstein mit den drei Stufen: Eine für den Himmel -
den Sitz der Götter, die zweite für die Erde, die "Pachamama",
die dritte für die unterirdische Welt, wohin alles Leben zurückkehrt.
Nach den Vorstellungen der Inka blieb die Seele des Menschen nach
dem Tod unlösbar mit der Gestalt verbunden, solange der Körper
erhalten blieb. Deshalb wurden die Toten aus der Adels- und Priesterklasse
mumifiziert. Die Mumifizierung geschah durch starke Sonneneinstrahlung
am Tage und die kühlen Winde der Nacht, hier auf dem Zeremonienstein.

In der
Mitte von Machu Picchu liegt der Palast, das politische Zentrum
der Stadt. Die Kostbarkeit und Schönheit
der Steinmauern zeigen an: Hier herrschte das Priestertum und der
Adel. Heute weiß man, dass die Blöcke mit Hilfe von
Bronze- und Steinwerkzeugen behauen und die einzelnen Stück
aneinandergerieben wurden, bis sie schließlich wie ein Puzzle
zusammenpassten. Typisch für die Inka-Architektur sind die
trapezförmigen Tür- und Fensteröffnungen. Sie dienten
der Statik der Durchgänge, die von zum Teil tonnenschweren
Monolithen abgeschlossen werden.
Der "Heilige Platz", eine quadratische
Fläche, wird auch das "Gehege der Sonne" genannt.
Im Süden steht das "Haus des Priesters". Im Osten
der "Tempel der drei Fenster". In ihnen spiegelte sich
für die Inka die Unendlichkeit wieder. Im Norden erhebt sich
der Haupttempel mit einer offenen Vorderseite. Hinter dem Haupttempel
der sogenannte "Zeremoniensaal". Die Innenwände
haben 13 Nischen. Es wird vermutet, dass hier das Orakel befragt
wurde, um den Rat der Götter einzuholen. Wer in eine dieser
Nischen hineinspricht, hört seine Stimme, auf wundersame Weise
verstärkt, überall im Raum.
Religiöser Mittelpunkt in Machu Picchu
ist der Hügel, auf dem man sich vor der Sonne verneigte, der "Intihuatana".
Herzstück ist ein sakraler Stein, der einer Sonnenuhr ähnelt.
In der Inka-Sprache bedeutet "Intihuatana" "der
Ort, an dem man die Sonne fesselt".
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