Viele Rätsel umgeben Machu Picchu.
Warum verriet kein einziger Indio den Spaniern die Lage der großartigen
Stadt? War sie schon vorher aus dem Gedächtnis des Volkes
gestrichen worden, weil sie das Missfallen eines Inka-Herrschers
erregt hatte? Diese Hypothese würde erklären, warum es
vor den „goldgierigen” Eroberern verschont blieb, denn
durch die vielen indianischen Verbündeten wäre der Ort
sonst nicht geheim zu halten gewesen.
War Machu Picchu ein Heiligtum oder nur
ein Glied in einer Kette von Grenzbefestigungen im Urubambatal?
Die Größe der Siedlung lässt auf eine ständige
Einwohnerzahl von etwa 1000 Menschen schließen. Daraus lässt
sich die Theorie ableiten, dass es sich hierbei eher um ein religiöses
Heiligtum und astronomisches Zentrum gehandelt haben könnte,
das häufig von Pilgern aufgesucht wurde, als um eine Wohnstadt.
Eine Legende besagt, dass Machu Picchu eine Enklave der Sonnenjungfrauen
war. Dafür spricht, dass ein Großteil der gefundenen
Skelette von Frauen stammten.
Trotz jahrzehntelanger Forschung ist die
Inka-Stadt nach wie vor von Geheimnissen umgeben und zählt
auch heute noch zu den größten Mysterien der archäologischen
Welt.
Die Hauptstadt der Inka war Cuzco, was
in der Inka-Sprache so viel wie „Nabel der Welt” bedeutete.
Weit hergeholt war diese Bezeichnung nicht, denn unmittelbar vor
der Entdeckung Amerikas erstreckte sich der Herrschaftsbereich
der Sonnenkönige vom heutigen Kolumbien bis nach Argentinien.
Mit den Spaniern, die 1533 die Stadt erreichten, endete die Blütezeit.
Gold und Silberschätze wurden geplündert und Inkatempel
abgerissen, um auf ihren Fundamenten Kirchen, Klöster und
Paläste zu errichten und zum eindrucksvollen Monument des
Sieges der Eroberer zu werden.
|